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Die Belastbarkeit des Brustkorbs

Durch die Operationstechnik der Sternumlängsspaltung (Sternum = Brustbein) entsteht während der Operationsdauer eine erhebliche mechanische Belastung an den Rippen, den Gelenken von Rippen zur Wirbelsäule und am Gelenk vom Schlüsselbein zum Brustbein. Dabei werden sowohl die Gelenkkapseln als auch die Bänder sehr stark gedehnt, so dass die daran beteiligte Muskulatur erheblich verspannt.
Nachdem die beiden Brustkorbhälften mittels Metalldrähten (Drahtcerclagen) wieder verbunden worden sind, bleiben zunächst einmal mehr oder weniger starke Beschwerden im Schultergürtel, Nacken und Hals sowie an der Brustwirbelsäule bestehen.

Es ist schwer vorauszusagen, wie lange diese Beschwerden anhalten. Sie sind abhängig von der Beweglichkeit und der Elastizität des Brustkorbs vor der Operation und nicht, wie häufig gesagt wird, vom Alter. Die Beschwerden haben nichts mit der Qualität der Operation zu tun, sondern einzig und allein mit der Elastizität des Gewebes von Bändern, Sehnen, Gelenkkapseln und der Muskulatur.

Wir haben in unserer Klinik die Erfahrung gemacht, dass die Personen, die vor der Operation körperlich aktiv waren, weniger Beschwerden hatten als die inaktiven. Ungefähr die Hälfte unserer Patienten hat gar keine Beschwerden und ist im Alltagsleben im Bereich des Brustkorbs nicht eingeschränkt.

Die Bewegungstherapie beschränkt sich bei starken Beschwerden auf Atemgymnastik und leichte Dehnungsübungen für die Brustkorb- und Halsmuskulatur. Welche Dehnungsmethode vorzuziehen ist, ist unerheblich. Es sollten keine ruckartigen Schwungbewegungen sein, sondern weiche Schwungformen oder die gehaltenen Dehnungen (statisches Dehnen, wie z. B. Stretching). Diese Dehnungsübungen sollten täglich ca. 10 Minuten lang durchgeführt werden, damit die dazugewonnene Elastizität nicht wieder verlorengeht. 

Uwe Schwan, Dipl. Sportlehrer, Sankt Rochus Klinik, Bad Schönborn

(Juli 2005)