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Urlaubsplanung nach Herzklappenersatz

Endlich ist es wieder soweit! Pläne werden geschmiedet, wohin die Reise in diesem Jahr gehen soll. Und wie es in der grossen Politik ist, so ist es auch im familiären Bereich: Den einen zieht es dahin, den anderen dorthin. Eine Übereinkunft muss geschaffen werden. Doch da ist noch die neue Herzklappe! Wie steht es nun mit der ausgedehnten Bergwanderung in den Alpen, dem Faulenzen unter Palmen, den langen Radtouren in Mecklenburg, der Kreuzfahrt mit dem Traumschiff oder dem Familienurlaub an Nord- oder Ostsee?
Die immer wiederkehrende Frage: Was kann ich mir und meiner neuen Herzklappe zumuten? Und wie so üblich, gibt es auch hierzu verschiedene Meinungen.
Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass es der Herzklappe ziemlich egal ist, wo Sie Ihren Urlaub verbringen. Ist die Klappe gut implantiert und der Herzmuskel kräftig - und das stellt sich nach der Operation sehr schnell heraus - , kann sie mit dem Flugzeug fliegen, kann Fahrrad fahren, schwimmen und Tennis spielen.

Wichtiger ist jedoch, wie Sie sich fühlen. Hat Ihr Arzt bei Ihnen einen hohen Blutdruck festgestellt, oder arbeitet Ihr Herz immer noch unregelmässig? Mit anderen Worten: Lassen Sie sich von Ihrem Kardiologen oder Hausarzt beraten, wieviel Sie sich zumuten können.
Wenn Ihr Arzt Ihnen grünes Licht gibt, steht einer Wunschreise fast nichts mehr im Weg - bis auf die Frage der Einnahme der Antikoagulantien im Urlaub.
Natürlich kann man die Dosierung für die gerinnungshemmende Therapie für die drei schönsten Wochen im Jahr so fortsetzen, wie man sie derzeit einhält. Und dann zurückgekehrt, erfolgt in absehbarer Zeit die INR-/Quick-Wert-Kontrolle beim Arzt. Bis zu diesem Zeitpunkt sind sicherlich vier Wochen verstrichen. Wie es jedoch in der Zwischenzeit um Ihren INR-/Quick-Wert stand, wissen Sie nicht.

Klimaveränderungen, andere Essgewohnheiten, aber auch Durchfallerkrankungen können die Blutgerinnung beeinflussen, selbst dann, wenn Sie - wie vorgeschrieben - Ihre tägliche Dosis Antikoagulantien einhalten! Warum die genannten Faktoren die Gerinnung beeinflussen, ist unbekannt; aber sie tun es.
Um mögliche Komplikationen wie Blutungen oder Thromboembolien auszuschalten, bietet sich die Gerinnungs-Selbstkontrolle an. Diejenigen, die Gerinnungs-Selbstkontrolle bereits praktizieren, wissen es zu schätzen, auf Reisen die Kontrollen wesentlich engmaschiger durchzuführen als zu Hause.

Das zur Verfügung stehende CoaguChek-System ist sehr handlich und stört im Reisegepäck nicht. Bei Flugreisen sollte man das Gerät unbedingt als Handgepäck mit in die Kabine nehmen. Nichts wäre unangenehmer, als wenn der Koffer - aus welchen Gründen auch immer - erst Tage später am Urlaubsort einträfe. Auch sollten Sie Ihre Medikamente grundsätzlich im Handgepäck mitnehmen.

Einige Tips: Kaufen Sie sich ein Pillendöschen für die Hand- oder Hosentasche, das zumindest den Bedarf für mehrere Tage aufnehmen kann. Wickeln Sie ausreichend viele Teststreifen in Staniolpapier. Im Hotel legen Sie diese in die Minibar - sofern Sie in warme Gefilde reisen.

In diesem Sinne, geniessen Sie Ihren Urlaub!

Christian Schaefer, Ratingen