Wie führe ich die Endokarditis-Prophylaxe durch?

Als Patient mit einem Herzklappenersatz unterliegen Sie einem erhöhten Endokardititsrisiko. Zu dieser Komplikation kann es kommen, wenn Bakterien von außen in das Blut eindringen und sich im Herzen bzw. am Ring der künstlichen Herzklappe festsetzen.

Wir zitieren aus dem Merkblatt für Patienten, welches vom Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Bad Oeynhausen herausgegeben wurde:

„Am besten schützen Sie sich vor einer Endokarditis durch gute Körperpflege, insbesondere durch gute Zahnpflege (siehe auch „Beim Zahnarzt“).
Darüber hinaus müssen Sie bei allen ärztlichen Maßnahmen, die oft zum Eindrinngen von Bakterien in das Blut führen können, vorher mit bakterientötenden Medikamenten (Antibiotika) behandelt werden. Die ärztlichen Maßnahmen, bei denen ein solches Risiko besteht, sind folgende:
– Zahnextraktionen und andere zahnärztliche Eingriffe einschließlich der Zahnsteinentfernung;

  • alle Eingriffe im Hals-Nasen-Ohren Bereich;
  • Bronchotracheale Intubation;
  • Starre Bronchoskopie oder flexible Bronschoskopie mit Biopsie;
  • diagnostische gastroenterologische Eingriffe ( z. B: Koloskopie, Kontrasteinlauf, ERCP, Gastroskopie mit Biopsie etc.);
  • alle abdominellen, urologischen und gynäkologischen Operationen.

Sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt von sich aus darauf an und zeigen Sie Ihren Antikoagulationsausweis/Herzklappenausweis rechtzeitig vor dem geplanten Eingriff.
Der Arzt verordnet Ihnen normalerweise Penicillin-Tablette. Wenn Sie Penicillin bei einer früheren Gelegenheit nicht vertragen haben, sagen Sie das Ihrem Arzt, damit er Ihnen ein anderes Medikament verordnen kann!
Nehmen Sie das verordnete Medikament eine Stunde vor dem geplanten Eingriff ein. Ihr Arzt entscheidet, ob Sie nach sechs Stunden eine zweite Tablette einnehmen müssen.

Wenn Sie besonders gefährdet sind, wird Ihnen der Arzt das Medikament in eine Vene spritzen, damit die Wirkung schneller und sicherer eintritt.
Über die Wahl eines geeigneten Antibiotikums und die Dosierung orientiert Sie das nachfolgende Schema, welches den aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften entspricht (Zeitschr. F. Kardiologie 76:451-453, 1987)“.

PD Dr. med. Heinrich Körtke† (Herzzentrum NRW, Bad Oyenhausen)

(Juli 2005)