Der Blick über den Zaun

Millionen Patienten weltweit nehmen Gerinnungshemmer ein. Die Herausforderung in der Behandlung mit Gerinnungshemmern ist die genaue Dosierung und das Überwachen der INR-Werte, so Prof. Sogkwan Silaruks, Thailand, anlässlich des „Asia Pacific Cardiology Forum“ am 15.6. in Peking. Die Situation der thailändisch antikoagulierten Patienten ist nicht zu vergleichen mit denjenigen die in entwickelten Ländern leben. Viele Faktoren beeinflussen das Befolgen der Behandlung mit Gerinnungshemmern. Hier spielt der Bildungsgrad eine große Rolle aber auch die begrenzte Fähigkeit für sich selbst zu sorgen. Geringe Einkommen, Transportprobleme in ländlichen Gebieten, Verlust der Tagesarbeit und auch die Kosten für die Behandlung. So hat man in Thailand ein Team ins Leben gerufen welches aus Ärzten, Apothekern und besonders geschulten Krankenschwestern besteht. Das Ziel dieses „Anticoagulation Forum“ ist, eine verbesserte Betreuung von antikoagulierten Patienten zu erreichen. Gerinnungshemmer sind lebensrettend sie beinhalten aber auch Risiken. Und um diese Risiken zu minimieren, muss es gelingen, dass Patienten sich länger im therapeutischen Bereich befinden.

In Südkorea ist man schon wesentlich weiter. Fahrten zu den Krankenhäusern, um die INR bestimmen zu lassen, ist für Patienten unbequem, bedingt durch die Fahrt und Wartezeit, so Prof. Yong Seog Oh, Seoul. Die Selbstbestimmung kann dieses Vorgehen sehr vereinfachen. Die richtige Testmethode herauszufinden hängt von den individuellen Umständen des Patienten ab. „Engmaschiges Testen ist wichtiger als der Ort des Bestimmens und hier bietet das Gerinnungs-Selbstmanagement eine gute Voraussetzung.“

Auch antikoagulierte Patienten werden in Seoul aktiv. Sie haben den ersten Patientenclub gegründet.

Christian Schaefer (Nov. 2010)