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INR immer noch ein Fremdwort?

Liebe Leserin, lieber Leser,
beim Wechsel meines KC1A-Gerätes Anfang der 90er Jahre stellte ich mich allmählich vom Quick-Wert auf den INR-Wert um. Anfangs schrieb ich noch beide Werte in die Dokumentation, ließ es aber bald sein. Hinzu kam, dass wir kurz nach der Herzklappen-Operation Mut fanden, längere Auslandsreisen zu unternehmen. Und dort fern ab von der Heimat gibt es den Quick-Wert nicht.
Dass Quick-Wert nicht gleich Quick-Wert ist und dass es immer noch Probleme bei der Vergleichbarkeit zwischen INR-Werten und Quick-Werten gibt, ist ja bekannt. Wir wissen auch, dass immer noch von vielen Laboren – sei es im niedergelassenem Bereich oder in Krankenhäusern – der Quick-Wert ausgewiesen wird.
So schrieb mir Edith E.: „Dass der INR-Wert verlässlicher ist, als der Quick-Wert sei der größte Blödsinn. Im Gegenteil, Probleme kommen erst mit dem INR, denn dieser  ist keiner Weise verlässlicher. Bei den Ärzten und auch  den Krankhäusern, die ich in den letzten Jahren aufsuchte, war der INR all überall ein Fremdwort. Wer setzt sich noch von den Quick-Freunden hin und schreibt Ihnen?“.
„Eine blödsinnige Erfindung ist der INR-Wert nicht sondern ist die internationale Maßeinheit weltweit für die Einstellung von Patienten, die die sogenanten Vitamin-K-Antagonisten einnehmen. Die Sprache der Medizin ist seit langer Zeit englisch und hier existiert nur der INR-Wert oder die Angabe der Prothrombinzeit in Sekunden. Der INR-Wert würde bei beiden Methoden – INR-Selbstmanagement oder durch den Arzt – übereinstimmen und so Missverständnisse und mögliche Fehldosierungen vermeiden helfen“, so schrieb mir Frau Dr. Hannelore Rott.
Ist die INR immer noch ein Fremdwort bei uns? Ich finde: „Leider immer noch zu häufig“.

Herzlichst Ihr Christian Schaefer

(Sept. 2007)