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Winterzeit – Impfzeit

Liebe Leserin, lieber Leser,
flach unter die Haut und langsam injizierend setzte meine Hausärztin die Spritze in den Oberarm. Sie kennt sich aus, da sie viele Patienten betreut, die ständig Gerinnungshemmer einnehmen. Wie jeder vorsorglicher Arzt weist sie mich darauf hin, dass auch Nebenwirkungen auftreten können.Sie traten bisher nicht auf – so wie ich mich jedes Jahr gegen eine mögliche Grippeinfektion impfen lasse.1957 erkrankte ich an einem Grippevirus (in jenem Jahr herrschte eine Grippe-Pandemie); das Ergebnis: 30 Jahre später erhielt ich eine künstliche Aortenklappe.Die künstliche Herzklappe ist nun der schwächste Punkt in unserem Körper und die heißt es zu schützen. So wie bei Menschen mit Vorhofflimmern, das Herz der schwächste Punkt ist.Aber auch, dass bei einer möglichen Grippe-Erkrankung hohes Fieber und eine vielleicht notwendige Antibiotika-Einnahme den INR außer Kontrolle bringt und damit Gefahren von Blutungen oder thrombembolischen Ereignissen heraufbeschwört, sollte zum Anlass genommen werden, über eventuelle Schutzmaßnahmen nachzudenken. Patienten die Gerinnungshemmer einnehmen, leben nun mal zwischen Skylla und Charybdis.Grippeschutzimpfung Ja oder Nein wird immer noch kontrovers diskutiert. Nachlesen konnte ich dieses auch aktuell im Forum der Herzklappe. Natürlich werden web sites herangezogen, die sich ausschließlich mit möglichen Impfschädigungen befasssen. Gegenargumente gelten dann nicht. Aber wenn Patienten und Ärzte dafür sind, gibt es immer wieder die Diskussion, dass bei einem Patienten der Gerinnungshemmer einnimmt, eine Grippeschutzimpfung nicht durchgeführt werden darf. Die intramuskuläre Impfung sei zu vermeiden. Unwissenheit darüber, dass auch eine sub kutane Impfung möglich ist. So schreibt eine Forumteilnehmerin:  „Beide Ärzte sind unbedingt dafür dass ich diese Impfung bekomme obwohl ja Spritzen in den Muskel bei uns nicht so wirklich gern gesehen sind. Brav weist mich also mein Hausarzt jedes mal daraufhin, dass ich ja weiß dass er mir diese Spritze ja eigentlich gar nicht verabreichen darf.„Ich hatte bisher nicht mal einen blauen Fleck nach der Spritze. Es ergab sich aber eine kleine Verdickung die ca. 3 Tage lang auch mächtig heiß war, mir aber keinen weiteren Ärger bereitete.“Beim Vorlegen des Impfpasses stellten wir dann fest, dass die Auffrischungsimpfung gegen Hepatits A fällig ist. Schnellstmöglich werde ich dieses nachholen. Die Pneumokokken-Impfung hatte ich letztes Jahr mir geben lassen. Die Impfaktion 60plus hat mich dazu bewogen.

Herzlichst Ihr Christian Schaefer

(Sept. 2007)