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Warum ist die Endokarditis-Prophylaxe notwendig?

Einige Herzklappen-Patienten haben ihre küstliche Herzklappe aufgrund einer erworbenen infektiösen Endokarditis erhalten. Der Hauptgrund für das Entstehen einer infektiösen Endokarditis ist eine geschwächte Körperabwehr. Auslöser für eine Immunschwäche (geschwächte Körperabwehr) können Krankheiten sein wie Diabetes oder auch ein erhöhter Alkoholgenuss.
Dringen nun Bakterien (z. B. Staphylokokken oder Streptokokken) in den Körper ein (beispielsweise bei einer Zahnsteinentfernung oder durch Geschwüre oder Verletzungen), setzen sich diese an den zarten Herzklappen fest. Die Herzklappen (Aorten-, Mitral-, Trikuspidal- oder Pulmonalklappen) besitzen keine eigenen Blutgefässe und somit können die weissen Blutkörperchen (die Polizei) hier nicht aktiv werden, um die Bakterien wirkungsvoll zu bekämpfen. Die Bakteriennester, die sich im Laufe der Zeit auf der Herzklappe und um sie herum ansiedeln, beeinträchtigen zunehmend das Öffnen und Schliessen der Herzklappe. Die Funktion der Herzklappe kommt nach und nach zum Erliegen.

Fatal kann sich zudem auswirken, wenn die Bakteriennester oder zerstörte Teile der natürlichen Herzklappe durch den Blutstrom abgerissen werden und in den grossen Blutkreislauf gelangen. Auf diesem Weg können sie alle Organe erreichen. Eine Sepsis (Blutvergiftung) ist die Folge. Werden Teile der Bakteriennester in das Gehirn transportiert, kann es zu Lähmungen oder anderen schwerwiegenden Ausfällen kommen. Diese infektiöse Endokarditis kann plötzlich und dann sehr dramatisch verlaufen.

Ein wichtiges Zeichen für den Beginn einer infektiösen Endokarditis ist das schnell eintretende hohe Fieber. Bei der schleichend beginnenden infektiösen Endokarditis hingegen ist die Körpertemperatur nur gering erhöht — wobei dieser Zustand sich über Wochen oder Monate hinziehen kann. Die dann vom Arzt angelegten Blutkulturen können einen Hinweis darauf geben, um welche Art von Bakterien es sich handelt. Echokardiographisch kann man heutzutage feststellen, wo sich die Bakteriennester im Herz festgestzt haben.

Dr. med. Heinrich Körtke, Herzzentrum NRW, Bad Oyenhausen.