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Der Arbeitskreis „Herzklappen-Patienten“ führte 1999 eine schriftliche Umfrage bei Herzklappen-Patienten durch um herauszufinden, in welchem Alter Herzklappen implantiert werden, welche Herzklappen in welcher Position und und wann der INR bestimmt wird.

75 % der ca. 1.150 Mitglieder haben den Fragebogen ausgefüllt und zur Auswertung zurückgesandt. Die Ergebnisse sind nicht nur für Sie, sondern auch für die Ärzte interessant, die Herzklappen-Patienten betreuen.
Das Alter der Herzklappen-Patienten liegt zum Zeitpunkt der Fragebogenabgabe schwerpunktmäßig zwischen 61 und 70 Jahren (42,1 %, [Tab. 1]), wobei 68,2 % männlichen Geschlechts sind (28,3 % weiblich). Entsprechend dem Alter sind 70,6 % nicht mehr berufstätig.
Den meisten Befragten wurde die „Aortenklappe“ ersetzt (73,0 %,[Tab. 2]). Die am häufigsten eingesetzte Herzklappe ist die SJM-Klappe (43,2 %, [Tab. 3]).
Zur Frage, wer die Gerinnungskontrollen durchführt, gaben von denen, die darauf geantwortet haben, mit 82,2 % den Hausarzt und 8,4 % den Kardiologen an.
Die, die ihre INR-Werte selber bestimmen, lassen eine Kontrolluntersuchung im Durchschnitt einmal im Quartal durchführen, die Nicht-Selbstbestimmer durchschnittlich alle drei Wochen (Tab. 4).
60 % der Selbstbestimmer kontrollieren ihren INR-Wert wöchentlich, wobei bei Krankheit oder Unwohlsein in kürzeren Abständen bestimmt wird (Tab. 5).
Die, die sich für das Gerinnungs-Selbstmanagement entscheiden, lassen sich gleich nach der Operation entweder bereits im Herzzentrum oder aber spätestens in der Reha-Klinik schulen (Tab. 6 und Tab. 7).
Zur Frage, ob der Herzklappen-Patient regelmäßig über die Behandlung mit
Gerin-nungshemmern unterrichtet wird, äußerten sich 43,1 % mit Nein. Dieser Prozentsatz läßt Vieles am Arzt-Patienten-Verhältnis missen.
Von denen, die sich informiert fühlen, gaben zu 35 % an, die notwendigen Informationen aus dem Ratgeber „Die Herzklappe“ zu erhalten (Tab. 8).
Zum Arzt-Patienten-Verhältnis äußerten sich nur 24,6 % der Befragten. Auch hier gab es zu der Frage: „Was könnte verbessert werden in der Zusammenarbeit zwischen dem Patienten und dem behandelnden Arzt?“ interessante Antworten. 20,8 % zeigten sich unzufrieden darüber, daß ihr Arzt den INR-Wert nicht kennt bzw. nicht nutzt. 3,8 % meinten, daß der Arzt Probleme in der Umrechnung Quick/INR hat.
Nachgefragt nach den Vorteilen des INR-Selbstmanagements, gab es eine Vielzahl von Antworten, wobei die Freiheit/Selbständig-keit, Eigenverantwortung, Mobilität, Flexibilität im Beruf und auf Reisen im Vordergrund stehen (Tab. 9).